Anycubic i3 Mega S – Erfahrungen #2

Slicer

Slicer nennt man die Software, die das 3D-Modell in die Daten wandelt, die der Drucker versteht (G-Code). Es gibt einige gebräuchliche Slicer auf dem Markt, allerdings haben sich bei den kostenlosen Versionen zwei Produkte besonders etabliert. Zum einen ist das Ultimaker Cura, zum anderen der ideaMaker.

Alle Slicer generieren die Druckdaten so, dass die Maschine Schicht für Schicht alle Fahrwege, die Menge des Druckmaterials, die Temperatur, die Stützkonstruktionen (Support), die Ränder auf dem Druckbett und die Füllung der Körper (Infill) bekommt. Du kannst dir sicher vorstellen, dass diese Slicer noch sehr viel mehr Einstellungen hergeben und so ist es auch, eine schier endlose Spielwiese der Möglichkeiten tun sich da auf, sogar pro Schicht lassen sich die Parameter ändern. Bevor es dann ans Drucken geht, simuliert die Software auf Wunsch den Druck des Objekts. So können auch Anwender ohne Drucker zumindest virtuell ihren Druck vorab sehen. Für jede Maschine und für jedes verwendete Filament gibt es Voreinstellungen und es kann durchaus eine Weile dauern, bis die passenden eigenen Einstellungen gefunden sind. In dieser Phase stecke ich gerade …

Für die ersten Tests empfiehlt es sich, einen TempTower zu drucken.

Für den von mir verwendeten Tower gibt es direkt ein Plugin in Cura, da geht das alles automatisch. Das Modell lässt sich dann exportieren und auch im ideaMaker benutzen. Dort muss aber zuerst händisch stufenweise die Temperatur eingestellt werden, sonst würde der Drucker nur mit derselben Temperatur drucken und genau das ist ja nicht gewollt.

Was siehst du dann letztendlich am TempTower?

Der Tower wird von heiß nach kalt gedruckt. Bei mir sind es 220 bis 180 Grad Celsius. Auf der linken Seite wird ein ungestützter Überhang mit 45 Grad gedruckt und auf der rechten Seite ein ungestützter Bogen. In der Mitte zieht der Drucker ohne irgendwelche Stützkonstruktionen (!) eine dünne Wand. Unnötig zu erwähnen, dass das nicht ganz leicht für einen Drucker ist und auf keinen Fall in der Praxis eingesetzt wird. Dementsprechend kurios sehen teilweise auch die Ergebnisse aus. Es lohnt sich, mit einer Bildersuche in der Suchmaschine deiner Wahl nach TempTower zu suchen, dann weißt du, was ich meine.

Kurze Aufklärung zu den folgenden Bildern!

Ich habe nur ein Smartphone zum Fotografieren und versuche trotzdem möglichst gute Fotos zu machen, die auch Details ungeschönt zeigen. Bei vielen der Fotos kann man der Meinung sein, dass die Druckergebnisse nicht gut sind. Lass dir aber sagen, in echt sieht das Meiste wirklich gut aus und entspricht meinen Erwartungen für einen Drucker unter 200 EUR. Besser geht es immer, aber für mich reicht das erst einmal aus. Leider steigen die Preise zur Druckqualität exponentiell an, aber jedes Jahr kommen neue Drucker im unteren Preissegment – man darf gespannt sein!

Der linke Tower wurde mit ideaMaker erzeugt, die beiden Anderen mit Cura.

3D CAD-Software

Ach je, dieser Bereich könnte Bücher füllen, aber ich mache es ganz kurz. Ich bin offensichtlich zu doof, um mit den ganz großen 3D-Programmen zu arbeiten. Damit meine ich z.B. Autodesk Fusion 360 und alle anderen Programme, die ähnlich komplex sind. Meistens verstehe ich nur Bahnhof …

Nur zur Erinnerung – ich möchte letztendlich Gehäuse für kleine Projekte erzeugen. Dafür braucht es kein Programm mit so vielen Funktionen. Was mir richtig Spaß macht, ist TinkerCAD, auch von Autodesk. Dieses Programm läuft direkt im Browser und erreicht auf allen Systemen, die einen hardwarebeschleunigten Browser bedienen können, sehr gute Geschwindigkeiten. Man merkt nicht einmal, dass sich alles nur im Browser abspielt.

Auch für Laien in der 3D-Modellierung stellt TinkerCAD kaum Hürden bereit. Ich habe nach kurzer Zeit schon Gehäuse entwickelt. Importierbar sind u.a. auch skalierbare Formate wie .SVG. So ist mein 7-Segment Uhrendisplay zum Test entstanden. Exportiert wird u.a. direkt in das .STL Format, welches wiederum der Slicer versteht.

Das waren meine ersten Versuche, ziemlich kleine Gehäuse mit Öffnung und Halterungen in TinkerCAD zu erstellen:

Man sieht noch querlaufende Drucklinien, weil ich vergessen hatte, den Einzug des Filaments zu aktivieren.

Weiter ging es mit einer Kombination aus Schachtel mit Deckel und einem Tiger, der nun aufgeklebt auf der Schachtel thront. Der Deckel passte erst auf die Schachtel, als ich die Ecken der Pfalz wegfeilte:

Zu guter Letzt noch ein Versuch zur Herstellung eines 7-Segment Displays. Ich wollte sehen, ob die Druckqualität der Segmente später bei einer LED-Beleuchtung gut genug ist, um das Display scharf darzustellen und ja, es geht. Sieht in echt gut aus und wird sicher funktionieren. Die letzten zwei Bilder zeigen die Außenseiten des Drucks und der ist erstaunlich glatt geworden.

Für Ideen und Vorschläge bin ich dankbar. Schreib vielleicht etwas in die Kommentare oder direkt ins Forum !?

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